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Ausbildungskonzeption


Die Freie Ausbildung für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise ist eine vierjährige - grundständige - freie - landwirtschaftliche - biologisch-dynamische - Ausbildung - nach dem Dualen System - der Anthroposophie verpflichtet - finanziert durch die eigene Arbeit - mit europäischem Abschluß


a) Jedes Jahr Anfang März beginnen etwa 20 jüngere Leute auf verschiedenen, vornehmlich biologisch-dynamischen Höfen und Gärtnereien vor allem Norddeutschlands mit der praktischen Ausbildung.

Der Abschluß ist vier (4 1/2 Jahre später mit einer Hofdarstellung und der Diskussion einer Jahresarbeit als Prüfung und der Vorstellung derselben Arbeit vor einer Versammlung von 250-300 Menschen Ende Februar (LeMiMo).

Mit dem Warmonder Hof zusammen ist inzwischen nach einer betriebswirtschaftlichen Arbeitvier Monate später auch der Betriebsleiter biologischer-dynamischer Land- und Gartenbau möglich.

b) Die Ausbildung ist grundständig. Direkt nach der Schule kann jederfrau/mann (möglichst über 18 Jahre) ohne Vorbildung oder Schulabschluß mit genügend Interesse, Offenheit und Arbeitswillen diese Ausbildung beginnen. Aber es gibt auch Teilnehmer mit viel landwirtschaftlicher Vorerfahrung, Hochschulstudium in anderen Bereichen, meist eine sehr bunte Mischung bis, 35-jährig und älter.

c) Frei fühlen wir uns, weil es keinen staatlich abgesegneten Lehrplan gibt, sondern dieser sich im Gespräch der Kursleitung mit den Dozenten weiterentwickelt und die Lernenden selbst mit an der Gestaltung ihres Ausbildungsweges arbeiten.

d) Die fachlich gründliche Auseinandersetzung sowohl mit der praktischen landwirtschaftlichen Arbeit auf den Betrieben, als auch den theoretischen Grundlagen und dem speziellen Fachwissen, vornehmlich auf den monatlichen, drei- bis fünftägigen Treffen, bilden die Schulungsmöglichkeiten in Hof und Seminar.

e) Die biologisch-dynamischen Impulse und Ideen, beruhend auf den Ausführungen und Gedankenbildungen von Rudolf Steiner 1924 in Koberwitz, verbinden Betriebsleiter, Dozenten und Kursleiter.

An dem Verständnis und der Fortentwicklung dieser Motive und Ideen wird auf den Höfen und in den Kursen gearbeitet, aber je mehr alle anderen Ansätze seien sie nachhaltig, naturschützend, traditionell, spirituell ............. sowohl von Dozenten als auch den Lernenden eingebracht werden desto anregender das Gespräch.

f) 80% der Ausbildung ist praktisch und findet auf den Betrieben statt, 20% ist »Theorie«, d. h. Aufarbeitung der konkreten Arbeitserlebnisse zum Teil auf dem Hof, zum Teil in den Seminaren (3-4 Tage pro Monat) durch Berichte, Tagebuch, schriftliche Begleitung, Gruppenarbeit Referate und Vorträge.

Das Duale System wird von uns ernst genommen. Die Begriffs- und Erkenntnisbildung setzt in der täglichen, praktischen Arbeit an.

Wir versuchen die tägliche Arbeit, die Naturprozesse durch Berichte, Tagebuchaufzeichnungen erkenntnismäßig zu durchdringen, möglichst viele Situationen des Alltags zur Begriffsbildung zu nutzen, in dem wir die Wahrnehmung vor allem mit den eigenen Begriffen zu beleuchten versuchen.

In den drei bis fünf Tagen Seminar pro Monat werden diese Berichte in Gruppen bearbeitet und so im Vergleichen in einen größeren Begriffszusammenhang gestellt.

Der Seminarleiter ist hier vor allem Moderator. Im dritten Schritt festigt und ergänzt der Dozent das Begriffsnetz durch Erfahrung und Fachwissen.

g) Im Lehrvertrag mit anliegenden Ausbildungsrichtlinien(siehe Anlage), vereinbaren Lernende/r und AusbilderIn die Ziele und Aufgaben, die sie sich für ein Jahr vornehmen.

Neben der Mitarbeit im ganzen Betrieb sucht sich jeder Lehrling, passend zum Betrieb und Ausbilder, Arbeits- und Lernschwerpunkte, die er/sie mit dem Ausbilder in Theorie und Praxis gründlich erarbeitet (siehe Lehrvertrag).

Der Lernfortschritt wird durch Ausbildungsgespräche, die alle 3 Monate stattfinden, besprochen und in der Checkliste (siehe dort) dokumentiert. Der Vertrag wird von zwei Mitgliedern des Seminarleiterkreises für die BGN gegengezeichnet.

h) Themen, die in den vier Jahren erarbeitet werden: Neben der Breite der landwirtschaftlich-gärtnerischen Fachthemen werden die naturwissenschaftlichen Grundlagen ausgehend von Methodik und Beobachtungsschulung behandelt.

Aber auch Geschichte, Menschenkunde und Sozialkunde, da sie zum Verständnis der Zusammenhänge notwendig sind. Insgesammt geht es um exemplarisches Lernen (Jörgen Smit), wobei Methodenvielfalt und das Entwickeln der für Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise zum Objekt passenden Erkentnismethode im Mittelpunkt stehen.

Das führt zu Themen wie eigene Entwicklung, Seelenübungern und Schulungsweg.

i) Aufgaben für den einzelnen Lehrling sind daneben:

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In den ersten Jahren: Tagebuch, Berichte, Herbarium, dazu einen Bereich, den der Lehrling entsprechend Alter, Fähigkeit und Ausbildungsjahr selbstständig verantwortet.

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Im zweiten und dritten Jahr: Projekte, die er umfassend dokumentiert, als Vorbereitung zur Abschlußarbeit (Jahresarbeit) und die Zwischenprüfung

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Im vierten Jahr: Abschlußarbeit (Jahresarbeit), Prüfung mit Hofführung und Diskussion der Abschlußarbeit, Darstellung der Jahresarbeit beim Abschlußfest vor 250 Menschen

- Immer wieder: Referate, Ausarbeitungen
- Gastgeberrolle bei Lehrlingstreffen in inhaltlicher, organisatorischer und kultureller Hinsicht

j) Aufgaben für alle Lehrlinge eines Kurses:

- Am Sozialen zu arbeiten durch Lerntechnik, wie Gruppenarbeit, gemeinsames besprechen der Themen und des Lernfortschrittes, immer wieder im Gespräch zur Organisation des Lernens sein. Aber auch z. B. Sich bei den Gasthöfen durch Geschenk und inhaltlichen Beitrag zu bedanken.

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Im ersten Jahr: Organisation und Durchführung eines festlichen Buffetts zum Abschlußfest (250-300 Personen).

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Im zweiten Jahr: Planung, Organisation und Durchführung des kulturell-künstlerischen Rahmenprogramms für das Abschlußfest.

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Im dritten Jahr: Planung, Organisation und Durchführung incl. Ort, Inhalt, Dozenten und wirtschaftlicher Verantwortung (z. B. Sponsoren) der »Novembertagung« (Tagung aller drei deutscher Ausbildungen) für 100- 180 Teilnehmer.

k) Die Ausbildungsverantwortlichen fühlen sich der Anthroposophie verpflichtet, weil sie wesentliche Anregungen schicksalhafter und erkenntnismäßiger Art durch die Anthroposophie erhalten haben.

Sie versuchen dieses in ihr Leben aber auch in die Weitergabe ihrer Kenntnisse und Fähigkeiten einfließen zu lassen. Das bezieht sich auf das Bild des Menschen als erkennendes sich zur Freiheit entwickelndes Wesen, den Schulungsweg, die Sicht der Evolution und der Stellung des Menschen darin und vieles mehr. Die Vermeidung von Dogmatismus ist unser großes Bestreben.

l) Der praktische Teil der Ausbildung wird durch den Einsatz und die Arbeit der Lernenden finanziert. Sie sind in den vier Jahren auf zwei bis vier Betrieben tätig, erhalten einen Bruttolohn von 450,00 - 650,00 Euro (incl Sozialversicherung, Kost und Logis).

Die notwendig für die Seminare anfallenden Kosten betragen pro Lehrling und Jahr 2.000,00 - 3.000,00 Euro . Unfinanziert sind davon mindestens 500,00 – 1.000,00 Euro.

Lehrlinge und Betriebe sind aufgerufen sich daran zu beteiligen. In den letzten beiden Jahren ist eine selbstbeteiligung von 120,00 Euro pro Monat notwendig.

m) Nach bestandenem Abschluß in den Niederlanden dürfen die Teilnehmer sich »Betriebsleiter biologischer-dynamischer Land- und Gartenbau« (EU-Niveau 4) nennen, das berechtigt zur Beantragung der Ausbildungsgenehmigung und von Fördermitteln aus dem sog.

AFP (Agrarförderprogramm) der BRD, schon vorher, nach der Prüfung in Deutschland sind sie »Fachkraft biologischer-dynamischer Land- und Gartenbau« (EU-Niveau 3) das berechtigt zum Besuch weiterführender Schulen in ganz Europa.

n) Schulstandort ist Niedersachsen.

© Clemens v Schwanenflügel 2010


NORDDEUTSCHLAND
Gudrun Böttger
Pahlberg 4b, 21279 Drestedt
Telefon: 04186 - 89 19 46
eMail: g.boe[AT]demeter-im-norden.de
www.freie-ausbildung-im-norden.de

Beate Hübener-Schröder
Schwarmer Straße 86, 27321 Morsum-Beppen
Telefon: 04204 - 70 88
Fax: 04204 - 68 92 87
eMail: huebener.beate[AT]freenet.de
www.freie-ausbildung-im-norden.de




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