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BGN | 2006Donnerstag, 07. September 2006
Ökologischer Landbau
von der Landesregierung ausgebremst
Entgegen anderslautenden Beteuerungen hat nun das niedersächsische Landwirtschaftsministerium die Förderung für die Einführung des ökologischen Landbaus radikal gekürzt.
Trotz Kommunal-Wahlkampf und werbewirksamen Auftritt zur Eröffnung der Öko-Aktionswoche vertrete Agrarminister Ehlen letztlich die lapidare Auffassung »seid froh, dass wir die Förderung nicht ganz gestrichen haben.« Dabei übersehe der Minister, welche Folgen die politische Entscheidung für die Bio-Bauern haben, beklagt Joachim Bauck von der Bäuerlichen Gesellschaft Nordwestdeutschland.
Bei dem langjährigen Demeter-Landwirt häufen sich die Hinweise, dass viele Umsteller ihren Weg in Richtung Bio-Landwirtschaft nicht weiter gehen können und andere gleich ganz vor der Umstellung zurückweichen, weil die existentiellen Grundlagen fehlen.
Jürgen Schlüter, der in Wendisch Evern einen Hof auf bio-dynamische Wirtschaftsweise umstellt, meint: Gerade vor dem Hintergrund, dass der konventionelle Bauer mehr Subventionen erhält als der ökologische und zwar mit mindestens 60 Euro pro Hektar und Jahr deutlich mehr - schmerzt es einen Betriebsleiter in ganz besonderer Weise, wenn er nun noch weniger Zuschüsse bekommen soll.
Durch die Umstellung auf die Biologisch-Dynamische Wirtschaftsweise verzichtet er ja bewusst auf leistungsfördernde mineralische Düngung. Die Folge: seine Ernten halbieren sich.
Der Rinderstall wird aufwändig und teuer umgebaut, die Tiere erhalten Weidegang und Auslauf. Das alles ist kostenintensiv. Und dabei kann er zwei Jahre lang alle seine Produkte nur zu konventionellen, sprich: viel zu niedrigen Preisen vermarkten.
Insbesondere in den ersten zwei Jahren sei daher jeder Umsteller mindestens auf die bisherige Unterstützung angewiesen, die ihm ermöglicht seine Ertragsausfälle abzufangen und sich einen neuen Markt zu erschließen. »Damit haben alle Umsteller ja auch kalkuliert.«
Deshalb fordern die Mitglieder der BGN den Minister auf, seinen Entschluss zu revidieren und zumindest weiter die Prämien zu zahlen die bisher galten. »Alles andere würde die Entwicklung der Bio-Landwirtschaft in Niedersachsen dramatisch bremsen,« fürchtet Joachim Bauck.
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