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WINTERTAGUNG
Samstag, 09. und Sonntag, 10. Januar 2010
Wintertagung 2010
Die biologisch- dynamische Landwirtschaft in einer sich verändernden Welt
Thema [Referenten] [Programm]
Die Welt ändert sich! -- Und?
Unsere Grundforderungen sind in der ökologischen Landwirtschaft Mainstream geworden. Durch Biotreibstoffe und die Förderung nachwachsender Rohstoffe sind die Nahrungspreise an die Energie- Preise gekoppelt worden, wir hoffen auf gemeinsam steigende Preise, wir hoffen neben dem Öko-boom auch an der stetig wachsenden Wirtschaft zu gewinnen.
In der Finanzkrise platzt die aktuelle Blase, es wird uns wieder vor Augen geführt, was wir alle schon lange wissen: Wachstum ist endlich und dem quellenden Leben steht der Tod gegenüber.
Schon gaukeln uns die Medien und die Finanz-anbieter der Bank- und Versicherungsbranche vor, dass exponentielles Wachstum unseres Kapitals, und damit der (Gesamt-) Wirtschaft mit jedem Jahr um 15% und mehr möglich wäre.
Wir hofften, dass durch die Krise die Vernunft einsetzt und akzeptiert wird, dass in einer endlichen Welt eben auch die Ressourcen endlich sind und die Realwirtschaft nur begrenzt wachsen kann. Die Landwirtschaft zeigt, dass die Urproduktion sich nur sehr langsam steigern lässt.
Unsere »Produktionsmittel« lassen sich nur langsam verbessern oder gar vergrößern. Die Herde wächst, immer unter Verzicht von Nutzung, nur langsam und Zuchtfortschritt geht noch langsamer. Boden neu zu gewinnen gelingt den Holländern, Melioration und Urbarmachung vollziehen sich langsam.
Das augenfällige exponentielle Wachstum der Pflanzenwelt, welches Vorbild für die Wirtschaft zu sein scheint, kommt von der Sonne und ist immer mit Vergehen verbunden. Nur wenn es uns gelingt, den Todesprozess sofort wieder im Humus ins Leben zu führen, gelingt uns die längerfristige Bindung von Kohlenstoff und wir bauen Fruchtbarkeit für die Zukunft auf.
Wo muss das Zuviel der Wirtschaft, das Kapital hin fließen um zu sterben und Boden für die Zukunft zu geben? - In die Kunst und die Wissenschaft aber auch in den Boden, die Pflege des Bodens, dort wird es gebraucht.
Clemens von Schwanenflügel
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