Leckere Milch, Käse oder Joghurt gibt es nicht, ohne dass Kälber geboren werden!

Ja, man denkt nicht immer darüber nach: Kühe müssen regelmäßig Kälber bekommen, damit sie Milch geben. Daraus entstehen unsere geschätzten Demeter-Milchprodukte. Aber die Aufgabe der Kälber ist damit eigentlich schon erledigt. Nicht einmal die Hälfte der Kälber bleibt als Nachfolge für die Milchkuhherde auf den Höfen. Und der Rest?

Das ist eine Herausforderung, die wir jetzt in Norddeutschland mit der Initiative HofRind angehen: Wir wollen, dass unsere Kälber bleiben.

Fleisch von den sogenannten Geschwisterrindern ist nämlich bisher kaum gefragt. Deshalb werden sie auch auf Demeter-Höfen in der Regel nach wenigen Wochen verkauft und landen dann meist nach langen Wegen als konventionelle Kälber in der Mast.

Die Rinder, ihr Fleisch und ihre Milch gehören zu Demeter dazu. Genau so haben wir uns aber einer wesensgemäßen Haltung verschrieben. Gemeinsam mit Landwirt:innen, Händler:innen und Gastronom:innen setzen wir uns darum dafür ein, dass Demeter-Geschwisterkälber auch am Demeter Hof aufwachsen. Wenn es schließlich zur Schlachtung kommt, hatten sie ein würdevolles Leben, geben Fleisch hoher Qualität – und werden ohne lange Transportwege bei Partnern in der Region geschlachtet. Dabei erhalten die Landwirt:innen einen fairen Preis und Händler:innen und Gastronom:innen verwerten das ganze Tier. Unterstütze uns und probiere mal HofRind-Fleisch!

Informiere Dich hier über Höfe und Händler:innen oder melde Dich hier an und erfahre von uns sobald es HofRind-Fleisch in Deiner Nähe gibt. 

Mach mit!

Anna Breden,
Bäuerin auf dem Hof Domäne Fredeburg für Naturkostfachhändler Landwege EG

Finde hier HofRind-Fleisch in Deiner Region:

Sei mit dabei!

  1. Finde hier einen Hof oder eine Händler:in in Deiner Nähe und informiere Dich wie Du an HofRind-Fleisch kommst.
     
  2. Registriere Dich hier, um daüber informiert zu werden, sobald es wieder HofRind-Fleisch in Deiner Nähe gibt: Anmeldung Verteiler
     
  3. Mache HofRind zum Gesprächsthema und teile es mit Menschen, die dir wichtig sind! 

Wir machen mit:

Höfe & Hofläden

Hof Achtern Diek Jan Iding

Händler (online und vor Ort)

Landwege Vorstand

Gastronomen

Landwege Vorstand

 

Demeter HofRind-Fleisch lecker zubereiten

 

Damit das Zubereiten bestimmt klappt und Ihr das HofRind-Fleisch richtig genießen könnt hat Sebastian Junge – BIOSpitzenkoch und Aktivist für umweltgerechte und nachhaltige Genusskultur für uns Rezepte und Garanleitungen entwickelt. Sie bringen die besondere Qualität des zarten, saftigen HofRind-Fleisches zur Geltung.

Rezepte und Garanleitungen für einzelne Fleischstücke findest Du hier: www.demeter.de/jungrind oder lade sie Dir hier direkt runter: Rezeptheft

Was uns noch wichtig ist:

Kuhwohl bei Demeter

Bei uns gehören Kühe mit auf den Hof, denn ihr Mist fördert die Gesundheit und Fruchtbarkeit des Bodens. Stolz stehen sie mit ihren Hörnern auf der Weide, denn diese bleiben dran. Heu und Gras kommen vor allem vom eigenen Hof, Kraftfutter gibt es nur in kleinen Mengen. Vorbeugende Medikamente wie Antibiotika oder Hormone sind tabu. Im Stall haben sie viel Platz, 50 % mehr als auf normalen EU-Bio Betrieben.

Mehr zu den Besonderheiten biodynamischer Rinderhaltung findet ihr hier: Link 

Fleisch und Milch gehören zusammen

Viele Menschen setzen bei Milch und Milchprodukten auf Demeter-Qualität. Das ist toll, doch weil Milchkühe jedes Jahr ein Kalb bekommen entstehen bei der Produktion von 10 Litern Milch oder 1 Kilo Hartkäse gleichzeitig ca. 300 Gramm Rindfleisch. Weil die Kälber von Milchkühen jedoch nicht so viel Fleisch ansetzen wie Tiere, die auf den Fleischansatz gezüchtet wurden, ist ihre Aufzucht teurer. Deswegen bleiben in der Regel nur ein Teil der weiblichen Kälber am Hof, die für die Nachzucht der Milchkuhherde gebraucht werden. 

Immer mehr Demeter-Landwirt:innen gehen neue Wege und behalten alle ihre Kälber auf dem Hof. Sie entschließen sich dafür ihr Fleisch in den Hofläden oder über regionale Händler:innen und Gastronom:innen zu verkaufen. Dabei zählt, dass alle Teile des Tieres vermarktet werden können. Nur so lässt sich für die Bäuer:innen ein Preis erwirtschaften, der die Aufzucht der Kälber möglich macht. Mit der Aktion HofRind unterstützten wir Demeter-Landwirt:innen dabei, sie mit neuen Handelspartner:innen und Verbraucher:innen zu vernetzten. 

Was bedeutet kuhgebundene Aufzucht?

Viele der Höfe, die sich bei der Initiative HofRind engagieren, ziehen den Nachwuchs ihrer Milchkühe zusammen mit einem erwachsenen Bezugstier auf. Die betrieblichen Wege und Möglichkeiten dies zu organisieren sind oft sehr individuell. Gemeinsam haben sie, dass die Kälber nicht nach der Geburt isoliert werden, sondern entweder direkt beim Muttertier oder mit einer Ammenkuh aufwachsen. Dies wirkt sich positiv auf die Gesundheit und das spätere Sozialverhalten der Kälber aus, bedeutet aber auch, dass den Höfen weniger Milch zur Verfügung steht. Drei Monate lang trinkt ein Kalb in kuhgebundener Aufzucht täglich 15-25l Milch, die die Bäuer:innen nicht verkaufen oder verarbeiten können. 

Was sind diese Doppelnutzungsrassen?

Als Zweinutzungsrassen oder Doppelnutzungsrassen werden in der Landwirtschaft Nutztierrassen bezeichnet, bei deren Züchtung nicht ein Merkmal wie zum Beispiel eine besonders hohe Milchleistung, sondern zwei Merkmale angestrebt werden. Einige Demeter-Höfe, die HofRind-Fleisch anbieten haben sich bewusst für die Haltung und Erhaltung von Doppelnutzungsrassen entschieden: Diese Rinder geben zwar weniger Milch, sie bilden aber auch mehr Muskeln aus. Dies wirkt sich meist positiv auf ihre Gesundheit aus und führt außerdem zu einer sehr guten Fleischqualität. Heute sind Tiere dieser Doppelnutzungsrassen eine Seltenheit geworden, denn Bäuer:innen nehmen wirtschaftliche Einbuße in Kauf, wenn sie keine Hochleistungsrassen halten. Dadurch sind viele ursprüngliche Nutztierrassen vom Aussterben bedroht.